Tag 5 – Italien 2026

In der Nacht wurde ich durch einen lauten Knall geweckt, konnte mir aber keinen Reim darauf machen und bin wieder eingeschlafen. Am Morgen gab es dann kein Wasser in der Dusche, während man draußen auf dem Hof das Plätschern hören konnte. Als ich unten den Chef traf, machte er einen recht angespannten Eindruck: „Problemi!“. Die Chefin war hingegen, wie immer, gut gelaunt und begrüßte mich mit „Heute romantico!“. Es gab nämlich auch keinen Strom im Frühstücksraum. In der Nacht war wohl der Druckbehälter der Wasserversorgung explodiert und hatte noch weiteren Schaden angerichtet. Kurzum hatte sie die Akkuleuchten von der Terrasse als Notbeleuchtung zweckentfremdet: „Romantico!“ Nach dem guten Frühstück packten wir unser Zeug und es gab einen wirklich herzlichen Abschied mit allerlei guten Ratschlägen zu Benehmen und Fahrverhalten… Sollten wir nochmal in die Toskana fahren, müssen wir auf jeden Fall wieder hierher.

Wir verliessen dann die Toskana in Richtung Westen mit Ziel Ligurien. Das Navi prognostizierte eine reine Fahrzeit von 7,5 Stunden, sodass wir uns entschieden, einen Teil der Route auf die Autobahn zu verlegen, um zu einer halbwegs akzeptablen Zeit am Hotel Montallegro anzukommen. Und das war eine gute Entscheidung. Als wir bei La Spezia die Autobahn verließen, führte uns die Route durch die Berge an der Küste entlang. Das war eine ordentliche Kletterei, mit starken Steigungen und Gefällen, mit kniffligen Spitzkehren gepaart mit teilweise sehr schlechtem Straßenbelag. Das brachte viel Fahrspaß, war aber auch echt anstrengend.

Zwischendrin hab ich dann auch noch meine ganze Reisegruppe verloren. Ich überholte ein Auto im engen Kurvengeschlängel und normalerweise folgen die Jungs dann kurze Zeit später. Nach einigen Kilometern wartete ich an der Abbiegung mehrere Minuten vergeblich, keiner kam… Da kommen einem dann immer gleich Gedanken wie: „Hoffentlich ist da nix passiert…“ Also kehrte ich um und fuhr die Strecke etliche Kilometer zurück. Aber von meinen Mitfahrern keine Spur. Also fuhr ich rechts ran und versuchte anzurufen, hatte in den Bergen aber kein Netz. Also fuhr ich noch ein Stück weiter und versuchte es wieder… Nun konnte ich Achim erreichen, der mir erzählte, dass sie falsch abgebogen seien und wo wir uns treffen können. Ich war schon mal froh, dass keiner hingefallen war. Ich machte kehrt und bald hatten wir die Truppe wieder beisammen.

Weiter ging es auf die SS1, eine Traumstraße für Mopedfahrer. Sehr viele, flüssige Kurven auf bestem Untergrund. Dazu immer wieder traumhafte Ausblicke von hoch oben über die ligurische Küste,

und das Ganze über etliche Kilometer… So kamen wir dann nach fast 6 Stunden am Hotel Montallegro an. Die Fahrerei bei wiederum fast 30° erforderte ein sofortiges Auffüllen der Flüssigkeitsdepots.

Da wir noch Zeit bis zum Abendessen hatten, konnten wir uns vorher die „Nostra Signora di Montallegro“ anschauen, eine Marmor-Basilika, die hier oben aufgrund einer Marienerscheinung im 16. Jahrhundert errichtet wurde.

Das Hotel liegt am Ende einer Sackgasse auf ca. 600 Metern Höhe, und wir erfuhren bei der Ankunft, dass die Zufahrtsstraße von morgen früh 6 Uhr bis 14 Uhr wegen eines erwarteten Unwetters komplett gesperrt wird. Vor 6 Uhr weiterfahren war für niemanden eine Option, so können wir morgen ein wenig ausschlafen und ganz in Ruhe frühstücken. Mal sehen, wie das Wetter sich entwickelt und wann wir dann morgen zur Weiterfahrt starten können. Es bleibt spannend. 😉


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Comments

  1. Ulla sagt:

    Ich kann es morgens kaum erwarten, das Tablet anzuschalten. Jeden Tag neue highlights und Ereignisse. Das ist spannender als ein Krimi. Viel Spaß heute🌞

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