Das ist, glaube ich, das erste Mal, dass ich einen Blogbeitrag schreibe, während ich mich in voller Fahrt Richtung Urlaubsziel befinde…
Heute Nachmittag, kurz nach 15 Uhr, habe ich mich auf den Weg nach Hamburg Altona gemacht. Dort wartet schon der Urlaubsexpress Richtung Innsbruck auf mich. In dem Augenblick, als ich aus dem Mopedhaus fuhr, startete passend der erste Regen. Allerdings noch so zaghaft, dass ich erst mal auf die Regenklamotten verzichten konnte und laut Regenradar sollte ich mit etwas Glück trocken in Hamburg ankommen. „Sollte…“
Nach ca. 50 Kilometern musste ich dann doch kurz stoppen, um in die Gummihaut zu schlüpfen. Na ja, soll wohl so schlimm nicht werden…
Nach weiteren 30 km: Stau auf der Autobahn wegen Baustelle und weiterhin Regen. Nach ca. 30 Minuten im Schneckentempo war es um meine Geduld geschehen. Ich hatte eigentlich genug zeitlichen Puffer für die pünktliche Ankunft am Bahnhof eingerechnet, aber irgendwie lief mir ein wenig die Zeit davon und ich hatte noch 120 Kilometer vor mir. Also vergaß ich kurzfristig, dass das Durchschlängeln im Stau für Motorräder in Deutschland verboten ist. Allerdings mit sehr viel Vorsicht und niedriger Geschwindigkeit. So überwand ich den Stau und nach der Baustelle ging es dann auch wieder zügig voran und ich hatte noch ca. 45 Minuten Zeitpuffer übrig.
Ungefähr 25 km vor Hamburg dann wieder Stau. Auf der Anzeigetafel stand „+44 Minuten“! Damit wäre ich definitiv zu spät zum Einchecken, also war wieder „Filtern“ angesagt. Ein großes Dankeschön an alle Autofahrer! Niemand machte Probleme, sehr viele zogen sogar extra ein wenig zur Seite, damit ich besser durchkam.
So schaffte ich es doch noch rechtzeitig und war 10 Minuten vor Check-In-Ende auf dem Zug. Puh, jetzt erst mal durchatmen, meine Sachen ins Abteil bringen und mich noch mit etwas Proviant für den Abend eindecken. Beim Griff in die Jackentasche nach Handy und Geld bemerkte ich, dass mein Fahrzeugschein verschwunden war. Den musste ich beim Check-In vorzeigen und ich war mir sicher, dass ich ihn wieder in die Tasche gesteckt hatte. Ich durchsuchte alle Taschen in Jacke und Hose und alle unmöglichen Orte. Nichts! Evtl. hab ich ihn beim Absteigen vom Moped und auf dem Weg ins Abteil verloren? Ich suchte den Bahnsteig und den Autowaggon ab. Keine Spur…
OK, wichtiger waren mir dann doch erst mal Essen und Getränke, dann muss ich halt ohne Fahrzeugschein weiterfahren.
Bepackt mit Baguette und Getränkeflaschen kam ich wieder zurück zum Zug, als mich eine Zugbegleiterin ansprach: „Bist Du Christian Punke?“ Und ich erwiderte hoffnungsvoll: „Und DU hast meinen Fahrzeugschein?„
Mit einem breiten Grinsen zog sie meinen Fahrzeugschein aus der Tasche: „Den hab ich im Waggon gefunden.“ Ich bedankte mich überschwänglich, man muss auch mal ein wenig Glück haben… 😉
Nun war ja alles wieder in Butter und ich konnte mich ganz in Ruhe in mein Abteil zurückziehen…
Ich hoffe, dass damit alles schlechte Wetter, Pannen und Chaos für den weiteren Teil der Tour erledigt sind.
3 meiner Mitfahrer sind mir schon ein wenig voraus und haben schon die erste Gasthausrunde im Süden der Republik erledigt.

Morgen früh treffen wir uns in der Nähe von Innsbruck, dann geht’s zusammen auf eine tolle Tour!
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